Datenschutz
Warum Ihre Mietdaten auf Ihr Handy gehören — nicht in die Cloud
8. April 2025 · 6 Min. Lesezeit
Denken Sie einen Moment an die Daten, die gerade in Ihrer Vermieter-App liegen. Mieternamen. Wie viel jeder monatlich zahlt. Welche Monate zu spät kamen. Die Adressen Ihrer Immobilien. Vielleicht sogar Bankdaten.
Und jetzt denken Sie daran, wo diese Daten liegen. Bei den meisten gängigen Hausverwaltungsplattformen lautet die Antwort: auf dem Server von jemand anderem. Ein Unternehmen, über das Sie womöglich wenig wissen, speichert die persönlichen Daten Ihrer Mieter neben denen von Millionen anderer Nutzer. Und dieses Unternehmen ist ein Angriffsziel.
Was Cloud-basierte Vermieter-Apps speichern
Die meisten Plattformen zur Mietverfolgung verlangen ein Konto. Das bedeutet: Ihre E-Mail, ein Passwort, oft ein Name. Dann fügen Sie Immobilien und Mieter hinzu. Nach zehn Minuten besitzt die Plattform:
- Ihren vollständigen Namen und Ihre E-Mail-Adresse
- Die Adressen Ihrer Mietobjekte
- Die Namen Ihrer Mieter und teils deren Telefonnummern oder E-Mail-Adressen
- Die monatlichen Mietbeträge pro Einheit
- Die Zahlungshistorie (welche Monate bezahlt wurden, welche zu spät)
- Bei verknüpftem Bankkonto: Ihre Bank und Ihre Transaktionsdaten
Das ist eine Menge persönlicher Informationen — und nicht alle davon gehören Ihnen. Ihre Mieter haben sich nie bei der Plattform registriert. Sie haben nie zugestimmt, dass ihre Namen und ihr Zahlungsverhalten auf einem fremden Server landen. Diese Entscheidung haben Sie für sie getroffen.
Das Risiko ist nicht theoretisch
Datenpannen in der Immobilienverwaltung sind keine Hypothese. In den letzten Jahren gab es bei mehreren PropTech-Unternehmen Sicherheitsvorfälle, bei denen Mieterdaten, Finanzinformationen von Vermietern und Objektdaten offengelegt wurden. Ransomware-Angriffe auf kleine und mittlere Hausverwaltungen nehmen zu.
Das Muster ist vorhersehbar: Ein Unternehmen speichert Millionen von Datensätzen, eine Schwachstelle wird ausgenutzt, und plötzlich kursieren Namen, Adressen und Finanzdaten dort, wo sie nicht hingehören.
Für einen großen Verwalter ist ein Datenleck ein PR-Problem. Für einen kleinen Vermieter, dessen Mieterdaten betroffen sind, ist es ein persönliches. Sie sind derjenige, den der Mieter anruft. Sie haben die Plattform ausgesucht.
Das Konto-Problem
Noch vor jedem Sicherheitsvorfall gibt es ein simpleres Problem: das Konto selbst.
Ein Konto anzulegen heißt, einem Unternehmen mindestens Ihre E-Mail-Adresse zu geben. Es heißt, Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, die Sie vermutlich nie lesen werden (sie sind lang und von Anwälten geschrieben). Es heißt, darauf zu vertrauen, dass das Unternehmen Ihre Nutzungsdaten nicht an Werbetreibende verkauft oder mit Partnern teilt.
Für einen kleinen Vermieter mit zwei Wohnungen ist ein Konto auf einer Hausverwaltungsplattform, als würde man eine Lagerhalle anmieten, wenn man einen Schrank braucht. Der Aufwand passt nicht zum Bedarf.
Und dann ist da noch die Passwortverwaltung. Noch ein Login, noch ein Passwort, noch etwas zu merken. Wird das Unternehmen gehackt und haben Sie das Passwort wiederverwendet (wie die meisten Menschen), reicht der Schaden weit über den Miet-Tracker hinaus.
Was „Offline-First“ wirklich bedeutet
Eine Offline-First-App speichert alle Daten auf Ihrem Gerät. Auf Ihrem Handy. Nicht auf einem Server in Virginia oder Frankfurt. Die App funktioniert ohne Internetverbindung, weil es keinen Server gibt, mit dem sie sich verbinden müsste. Ihre Daten reisen nicht durchs Netz. Sie liegen in keiner Datenbank neben den Aufzeichnungen tausender anderer Vermieter.
Das hat mehrere praktische Vorteile:
- Kein Konto nötig. Wenn Daten Ihr Handy nie verlassen, braucht es keinen Login. Sie öffnen die App, und Ihre Daten sind da — geschützt durch die Displaysperre Ihres Handys.
- Keine Internet-Abhängigkeit. Vor Ihrem Mietobjekt mit schlechtem Empfang? Die App funktioniert. Im Flugzeug? Funktioniert. In der Tiefgarage? Funktioniert.
- Kein Risiko bei Datenlecks. Wird ein Unternehmen gehackt, von dem Sie nie gehört haben, sind Ihre Mieterdaten nicht Teil des Lecks — sie wurden ja nie irgendwohin hochgeladen.
- Keine Überraschungen in den Nutzungsbedingungen. Ein Unternehmen kann nicht ändern, was es mit Ihren Daten macht, wenn es sie nie hatte.
Der Kompromiss: Was Sie aufgeben
Ehrlichkeit gehört dazu: Daten nur auf dem Handy zu halten hat einen Preis — Sie verzichten auf Cloud-Synchronisierung und automatische Backups.
Wechseln Sie das Handy, müssen Sie Ihre Immobilien neu anlegen (sofern die App keine lokale Sicherung und Wiederherstellung unterstützt). Geht das Handy kaputt, sind die Daten weg — es sei denn, Sie haben sie exportiert.
Für einen Vermieter mit 50 Immobilien und jahrelanger Zahlungshistorie kann das ein Ausschlusskriterium sein. Für einen Vermieter mit zwei Wohnungen und einem Dutzend Monaten an Aufzeichnungen ist es eine Kleinigkeit. Ihr Setup ist in fünf Minuten wiederhergestellt.
Die Kernfrage lautet: Rechtfertigt der Komfort der Cloud-Synchronisierung, die Namen und das Zahlungsverhalten Ihrer Mieter auf einen fremden Server zu legen? Für die meisten kleinen Vermieter lautet die Antwort Nein.
Der Datenschutz Ihrer Mieter ist Ihre Verantwortung
Wer in der EU vermietet, unterliegt der DSGVO. Das heißt: Auch als privater Vermieter haben Sie Pflichten, wie Sie Mieterdaten speichern und verarbeiten. Wenn Sie die Daten Ihrer Mieter auf eine Cloud-Plattform hochladen, müssen Sie wissen, wo sie gespeichert werden, wie sie geschützt sind und ob sie an Dritte weitergegeben werden.
Außerhalb der EU breiten sich ähnliche Regelungen aus. Kaliforniens CCPA, Kanadas PIPEDA und diverse Gesetze auf US-Bundesstaatsebene geben Mietern Rechte an ihren persönlichen Daten.
Eine rein lokale App umgeht die meisten dieser Fragen. Die Daten sind auf Ihrem Handy, Sie kontrollieren sie, kein Dritter ist beteiligt. Für kleine Vermieter, die sich nicht mit Daten-Governance beschäftigen wollen, ist das der einfachste Weg, konform zu bleiben.
Worauf Sie bei einem datenschutzfreundlichen Miet-Tracker achten sollten
Wenn Ihnen Datenschutz wichtig ist (und das sollte er sein), prüfen Sie vor der Wahl einer App zur Mietverfolgung Folgendes:
- Keine Kontopflicht. Verlangt die App eine Registrierung, speichert sie Ihre Daten irgendwo. Echte lokale Apps brauchen keinen Login.
- Funktioniert ohne Internet. Streikt die App, sobald Sie das WLAN ausschalten, schickt sie Daten an einen Server.
- Klare Datenschutzerklärung. Auch Local-First-Apps nutzen mitunter Analytics. Prüfen Sie, dass diese anonym sind und weder Mieternamen noch Finanzdaten enthalten.
- Exportmöglichkeiten. Sie sollten Ihre Daten ohne Umwege in einem Standardformat (CSV oder PDF) herausbekommen.
Einfach halten, lokal halten
Sie brauchen keine Cloud, um zu wissen, ob Ihr Mieter die Miete gezahlt hat. Sie brauchen eine Liste, eine Statusanzeige und vielleicht eine Erinnerung. All das passt auf das Gerät in Ihrer Hosentasche.
Ihre Mieter vertrauen Ihnen ihre persönlichen Daten an. Der unkomplizierteste Weg, diesem Vertrauen gerecht zu werden: Bewahren Sie die Daten dort auf, wo nur Sie sie sehen — auf Ihrem Handy, unter Ihrer Kontrolle, ohne Mittelsmann.
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